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Prävention hilft Integration

Prävention und Integration sind in mehrfacher Hinsicht eng miteinander verbunden. Präventives und integratives Handeln sind jeweils dann besonders erfolgreich, wenn sie einerseits frühzeitig auf konkrete Lagen reagieren sowie andererseits langfristig und nachhaltig orientiert sind. Welche unterstützenden Beiträge können nun Projekte, Programme und Strategien des weiten Arbeitsfeldes der Prävention für die Integration von geflüchteten Menschen in den Kommunen leisten? Bundesweit existiert eine Vielzahl von Projekten und Initiativen in den Kommunen, die dabei unterstützen, Vorurteile abzubauen und ein gesellschaftliches Miteinander herzustellen. Trotzdem sind präventive Initiativen zur Förderung der Integration von Asylbegehrenden noch nicht flächendeckend in den Kommunen etabliert. An dieser Stelle setzt die Idee für das neu eingerichtete Fachkräfte- und Informationsportal pufii.de an. Das Ziel des Webportals ist es, funktionierende Projekte zu bündeln und anderen Kommunen zugänglich zu machen, Informationen bereitzustellen, den Austausch zwischen den Fachkräften zu stärken und somit einen Beitrag der Prävention für die Integrationsarbeit in den Kommunen zu leisten.

Hintergrund

Weltweit befinden sich zurzeit beinahe 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Gewalttätige und bewaffnete Konflikte, Verfolgung, Naturkatastrophen: Die Liste der Fluchtgründe ist lang. Noch nie war eine derart hohe Anzahl von Menschen dazu gezwungen, die eigene Heimat zu verlassen. Allein in Deutschland wurden für das Jahr 2015 (Stand: Dezember 2015) ca. 441.899 Asylerstanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestellt. Dies stellt einen Anstieg der Antragszahlen von ca. 155 % im Vergleich zum Jahr 2014 dar. Die Zahl der sich aktuell tatsächlich in Deutschland aufhaltenden Asylbegehrenden dürfte jedoch deutlich höher anzusetzen sein.
Der stark gestiegene Bedarf hinsichtlich der Unterbringung und Versorgung der Asylbegehrenden stellt die Länder und Kommunen vor große Herausforderungen. Bestehende Unterkünfte wurden hierfür vergrößert und die Anzahl der Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünfte erweitert. Die Unterkünfte sind meist vollständig ausgelastet und trotz aller Bemühungen ließen sich vielerorts Überbelegungen nicht vermeiden. Nicht nur die Erstaufnahmeeinrichtungen der Länder hatten zeitweise mit erheblichem Platzmangel umzugehen, auch die Kommunen kommen bei der Unterbringung der zugewiesenen Asylbegehrenden an das Ende der Kapazitäten.  Allerdings stellt nicht bloß die Unterbringung und Versorgung die Kommunen vor immer größere Herausforderungen: Bereits jetzt sind auch die Weichen für die Zukunft zu stellen. Um den Asylbegehrenden eine umfassende und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, muss der Prozess der Integration früh beginnen. Vor allem die Kommunen sind hierbei gefragt und spielen eine wichtige Rolle, denn das Zusammenleben der Menschen findet vor Ort, in den Städten und Gemeinden, statt.  
Gelungene Integration hängt dabei von vielen Faktoren ab, auch die Präventionsarbeit kann ihren Beitrag zur Förderung der Integration leisten. Integration durch Präventionsarbeit in den Kommunen stellt dabei insbesondere ein Zuvorkommen gegenüber Unsicherheit und Unwissenheit dar. Nur durch die allgemeine Vorbeugung gegenüber Ängsten, Wut und Furcht auf allen Seiten kann Integration gefördert und eine inklusive Gesellschaft nachhaltig geschaffen und unterstützt werden. Viele Kommunen haben den Anspruch Ängste und ggf. vorhandene Vorurteile der Bürgerinnen und Bürger auszuräumen und werden entsprechend tätig. Nichtsdestotrotz bringt der große Zustrom von Asylbegehrenden im Jahr 2015 die Kommunen hinsichtlich der Versorgung, Unterbringung und Integration dieser Menschen langsam an ihre Grenzen. Das Hauptaugenmerk liegt zunächst in der Bewältigung der Primärversorgung der Asylbegehrenden, zudem sind präventive Initiativen zur Förderung der Integration von Flüchtlingen in den Kommunen noch nicht flächendeckend etabliert. Bislang existiert keine zentralisierte Möglichkeit des Austausches, sodass die einzelnen Kommunen teilweise auf sich selbst gestellt bleiben. Werden funktionierende Präventionsvorhaben praktiziert, profitieren nur wenige Kommunen davon. Eine zentralisierte Plattform zur Bündelung vorhandener Strategien und Konzepte oder der Entwicklung neuer Vorhaben fehlte bislang. An dieser Stelle setzt pufii.de an: pufii steht für Präventive Unterstützung für Integrations-Initiativen.